Weidenrinde ernten

Ungefähr 3-4 Wochen, nachdem die Weiden angefangen haben auszutreiben (Ende April) und der Saft in die Bäume steigt, kann man beginnen die Ruten zu entrinden. Hierfür nimmt man vorzugsweise 3-4jährige Weiden, damit die Rinde eine gute Größe und auch Stabilität hat.

Man schneidet den Stock längs mit einem scharfen Messer ein, biegt mit den Fingern die Rinde vorsichtig auseinander und schält nach und nach die Rinde vom Stock ab. So erhält man wunderschöne lange Rindenstreifen, die voller Saft sind und herrlich frisch riechen. Auch der geschälte Stock fühlt sich wunderbar weich an. Da Rinde die Angewohnheit hat, sich wieder in den Urzustand zu bewegen, rollt man sie mit der Unterseite nach oben auf und fixiert sie mit einem Band. Jetzt muss sie einige Wochen komplett durchtrocknen. Danach legt man sie einfach ins Wasser und nach ungefähr einer halben Stunde ist sie weich und man kann sie verarbeiten. Wenn man verschiedene Weidensorten hat, bekommt man einen wunderschönen Farbenmix.

Aus der Rinde lassen sich kleine Körbe, Taschen, Amuletttäschchen und vieles mehr flechten oder man nimmt sie, um in Taschen oder Körben schöne Akzente zu setzen. Man kann sie einfach mit einer Haushaltsschere schneiden.

Die Stöcke kann man zu Ringen biegen, trocknen lassen und für die Rahmenkörbe oder Schalen nehmen.

Natürlich kann man auch Rinde von anderen Bäumen schälen und erhält unterschiedlich gemustertes Material in verschiedenen Stärken. In Schweden wird z.B. viel mit Birkenrinde gearbeitet, sogar stabile Schneestiefel werden daraus geflochten.

Ernten kann man ungefähr bis August, das ist von Sorte zu Sorte verschieden.